Warum die Finanzierung von Anlagen, Maschinen und Technik immer wichtiger wird.
Finanzierbar ist heute weit mehr als IT-Hardware. Produktionslinien, Robotik, Medizintechnik, Logistiktechnik oder Photovoltaik: Für nahezu jedes Investitionsgut gibt es ein passendes Finanzierungsmodell. Die eigentliche Frage lautet daher nicht mehr, ob sich etwas finanzieren lässt, sondern welcher Weg zur jeweiligen Investition passt.
Was ist Non-IT Financing im gewerblichen Leasing?
Non-IT Financing ist der Überbegriff für die gewerbliche Anlagenfinanzierung von Investitionsgütern außerhalb der klassischen IT. Wenn Sie beispielsweise Maschinen, Produktionsanlagen, Medizintechnik, Energieanlagen oder Gebäude- und Medientechnik anschaffen möchten, bietet dieser Bereich flexible Alternativen zum klassischen Investitionskredit der Hausbank.
Unternehmen finanzieren diese Güter über Leasing, Sale-and-lease-back, Structured Finance oder As-a-Service-Modelle und binden so weniger Kapital im Anlagevermögen.
Wer heute investiert, kauft immer seltener
Der Investitionsstau in Deutschland ist erheblich, während der Modernisierungsdruck durch Automatisierung, Digitalisierung und Energiekosten steigt. Viele Unternehmen wollen investieren, ohne ihre Liquidität und ihre Kreditlinien auszureizen. Das führt dazu, dass Finanzierung keine reine Beschaffungsfrage mehr ist, sondern Teil der Investitionsplanung.
Die Zahlen zeigen, wie verbreitet dieser Weg ist. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) finanzierte die Leasing-Wirtschaft 2025 Investitionen im Wert von 83,12 Milliarden Euro und blieb damit Deutschlands größter Investor. Rund ein Viertel aller Ausrüstungsinvestitionen läuft über Leasing. Bei kleinen und mittleren Unternehmen ist es laut einer KfW-Auswertung fast jeder vierte Euro.
Auch der Blick der Unternehmen selbst hat sich verschoben. Die BDL-Marktstudie „Leasing in Deutschland 2025“ zeigt: 60 Prozent der Mittelständler ziehen bei Investitionen Leasing in Betracht, und 82 Prozent von ihnen entscheiden sich am Ende dafür. 65 Prozent achten seit der Corona-Krise stärker auf ihre Liquidität und vergleichen Angebote intensiver.
Welche Investitionen lassen sich finanzieren?
Finanzierbar sind sowohl klassische IT als auch alle Anlagen und Technik außerhalb der IT. Also ziemlich alles, was einen erkennbaren Nutzungs- und Wiederverkaufswert hat.
- IT und Mobile Devices: Notebooks, Server, Netzwerktechnik, Software, Smartphones und Tablets.
- Industrietechnik: Fertigungslinien, Robotik, Fördertechnik, Werkzeugmaschinen und Gabelstapler.
- Medizintechnik und Laborgeräte: bildgebende Diagnostik, medizinische und pharmazeutische Geräte, Laboranalytik.
- Energie- und Gebäudetechnik: Photovoltaik, LED-Beleuchtung, Wärmepumpen sowie Heizungs- und Lüftungstechnik.
Medien- und Retail-Technik: Konferenzraumtechnik, Digital Signage, Collaboration-Tools und Kassensysteme.
Manche Segmente wachsen gegen den Trend, etwa die Finanzierung von Photovoltaik und anderen erneuerbaren Energieanlagen. Produktionsmaschinen dagegen stehen unter Druck und gingen 2025 laut BDL um 5,5 Prozent zurück. Das sagt aber nur etwas über die Investitionslaune aus, nicht über die Finanzierbarkeit: Ob sich ein einzelnes Gut finanzieren lässt, hängt am Objekt selbst, nicht am Marktvolumen seiner Branche.
Die wichtigsten Finanzierungsmodelle
im Überblick
Für Investitionsgüter gibt es mehrere Wege. Sie unterscheiden sich in Eigentum, Laufzeit, bilanzieller Wirkung und Flexibilität. Der folgende Überblick ordnet die gängigen Modelle ein.
Leasing oder Bankkredit:
Was passt wann?
Der Bankkredit macht Sie zum Eigentümer. Sie aktivieren das Wirtschaftsgut, schreiben es über die Nutzungsdauer ab und tilgen den Kredit. Das ergibt Sinn, wenn Sie eine Anlage über ihre gesamte Lebensdauer nutzen und der technische Fortschritt eine untergeordnete Rolle spielt.
Leasing dreht die Logik um. Sie zahlen für die Nutzung, nicht für das Eigentum. Das lohnt sich besonders bei Gütern, die Sie regelmäßig erneuern, etwa IT, Fahrzeuge oder Technik mit kurzen Innovationszyklen. In der Praxis kombinieren viele Unternehmen beide Wege und sichern größere Vorhaben über mehrere Quellen ab.
Structured Finance:
für große und komplexe Vorhaben
Structured Finance fasst mehrere Investitionen oder Finanzierungsbausteine in einem einzigen Finanzierungsrahmen zusammen, dessen Laufzeiten, Raten und Zahlungszeitpunkte auf das konkrete Projekt abgestimmt sind.
Statt vieler Einzelverträge steuern Sie ein Vorhaben über eine Struktur, bei der die Zahlungen zum erwarteten Nutzen passen. Das eignet sich für größere Volumina und für Projekte mit unterschiedlichen Komponenten, etwa den gleichzeitigen Aufbau einer Produktionslinie mit Maschinen, Fördertechnik und Energieversorgung.
Sale-and-lease-back:
gebundenes Kapital freisetzen
Beim Sale-and-lease-back verkaufen Sie vorhandene, bereits bezahlte Anlagen an eine Finanzierungsgesellschaft und nutzen sie anschließend gegen Leasingrate weiter. Der Betrieb läuft unverändert, doch aus gebundenem Anlagekapital wird verfügbare Liquidität. Das hilft, wenn Kapital in Maschinen oder Fuhrpark steckt, das Sie anderswo dringender brauchen.
As-a-Service:
Nutzung statt Besitz
As-a-Service-Modelle verbinden Finanzierung mit Betrieb. Sie zahlen eine Nutzungsgebühr und erhalten dafür nicht nur das Gerät, sondern auch Wartung, Austausch und Support. Der Vorteil: Aufgaben, für die intern das Personal fehlt, übernimmt der Anbieter. Dass solche Services zählen, zeigt die BDL-Marktstudie – 65 Prozent der Unternehmen nennen sie als entscheidenden Grund für eine Leasing-Finanzierung.
CapEx oder OpEx:
der Unterschied für die Bilanz
CapEx (Capital Expenditure) bezeichnet aktivierte Investitionen, die Sie über die Nutzungsdauer abschreiben. OpEx (Operational Expenditure) sind laufende Betriebsausgaben, die das Ergebnis direkt belasten.
Ein kreditfinanzierter Kauf ist typischer CapEx: Das Gut steht in Ihrer Bilanz, der Kredit als Verbindlichkeit. Leasing rückt die Kosten näher an OpEx heran, weil Sie in vielen Fällen nur die Raten als Betriebsausgaben verbuchen. Welche Zuordnung im konkreten Vertrag gilt, hängt von der Ausgestaltung und vom Rechnungslegungsstandard ab.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag CapEx vs. OpEx: IT kaufen oder als Service nutzen?.
Bilanzielle und steuerliche Einordnung
Hinweis: Die folgenden Angaben sind allgemein und unverbindlich. Sie ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung. Lassen Sie die konkrete Wirkung im Einzelfall durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer prüfen.
Nach Angaben des BDL ist bei den meisten Leasingverträgen der Leasinggeber wirtschaftlicher Eigentümer. Das Objekt steht dann in seiner Bilanz, während die Bilanz des Leasingnehmers unberührt bleibt und dieser nur die Raten als Betriebsausgaben erfasst.
Für kapitalmarktorientierte Unternehmen gilt seit 2019 IFRS 16: Danach werden nahezu alle Leasingverhältnisse mit Nutzungsrecht und Verbindlichkeit in der Bilanz erfasst. Da Banken und Ratingagenturen Leasingverpflichtungen ohnehin in ihre Modelle einrechnen, sollte die Entscheidung auf realen Vorteilen beruhen, nicht auf einem optischen Bilanzeffekt.
Welche Branchen profitieren besonders?
Am stärksten profitieren Branchen mit hohem Anlagevermögen und regelmäßigem Erneuerungsbedarf. Produzierendes Gewerbe und Maschinenbau finanzieren Fertigungstechnik, Gesundheitswesen und Praxen halten teure Medizintechnik aktuell, deren Innovationszyklen kurz sind.
Energieintensive Betriebe finanzieren Photovoltaik und Ladeinfrastruktur, Handel und Logistik setzen auf Kassensysteme und Fördertechnik. Der Mittelstand steht im Zentrum: Rund 90 Prozent der Leasing-Verträge werden laut BDL mit mittelständischen Kunden geschlossen.
Entscheidungscheckliste:
Kaufen, leasen oder strukturieren?
Vor der Entscheidung lohnt ein Blick auf die Gesamtkosten über die Laufzeit, nicht nur auf die monatliche Rate, und auf die Vertragsbedingungen für Rückgabe, Verlängerung und Kauf. Diese Punkte helfen bei der Einordnung:
- Nutzungsdauer: Nutzen Sie das Gut über seine gesamte Lebensdauer oder nur einen Teil davon?
- Innovationstempo: Wie schnell veraltet die Technik, und wie wichtig ist ein regelmäßiger Austausch?
- Liquidität: Wie stark soll die Investition Ihre freien Mittel und Kreditlinien belasten?
- Bilanzwirkung: Nach welchem Standard bilanzieren Sie, und welche Kennzahlen sind relevant?
- Services: Sollen Wartung, Support oder Austausch Teil des Vertrags sein?
- Projektumfang: Handelt es sich um ein einzelnes Gut oder ein mehrteiliges Investitionsprojekt?
Je kürzer der Innovationszyklus und je wichtiger die Liquidität, desto eher spricht die Antwort für Leasing oder As-a-Service. Je länger die Haltedauer, desto eher lohnt der Kauf. Bei großen, mehrteiligen Vorhaben führt der Weg oft zu Structured Finance.
Finanzierung mit Econocom
Wir sind kein klassischer Leasinganbieter. Wir begleiten Unternehmen entlang des gesamten Lebenszyklus ihrer Ausstattung. Beginnend bei der Beratung und Beschaffung über Finanzierung und Rollout bis zu Betrieb, Wartung und Refurbishment. Finanziert werden dabei nicht nur IT-Equipment und Mobile Devices, sondern auch Industrie-, Medizin-, Medien- und Energietechnik.
Für die passende Struktur stehen mehrere Wege bereit: klassisches Leasing, As-a-Service, Structured Finance für kapitalintensive Projekte, Sale & Lease Back zum Freisetzen gebundenen Kapitals, Tech Refresh für planbare Modernisierung und Buy Now, Pay Later.
Entscheidend ist am Ende, welches Modell zu Ihrem Vorhaben passt. Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Welche Investitionen stehen an, und welcher Finanzierungsweg trägt Ihr Geschäft am besten?
Sie wollen wissen, welcher Finanzierungsweg zu Ihrer nächsten Investition passt?
Wir begleiten Sie ab der ersten Einschätzung über die Modellauswahl bis zur passenden Finanzierungsstruktur – unabhängig, persönlich und auf Ihr Vorhaben zugeschnitten.
Häufige Fragen
Was ist gewerbliche Anlagenfinanzierung?
Gewerbliche Anlagenfinanzierung bezeichnet die Finanzierung von Investitionsgütern außerhalb der klassischen IT: Produktionsanlagen, Maschinen, Robotik, Medizintechnik, Energie- und Gebäudetechnik sowie Medientechnik. Sie nutzen das Wirtschaftsgut gegen laufende Raten, statt es sofort vollständig zu kaufen. So verteilen Sie die Kosten über die Nutzungsdauer und binden weniger Kapital im Anlagevermögen.
Welche Investitionen lassen sich finanzieren?
Finanzierbar ist nahezu jedes Investitionsgut mit erkennbarem Nutzungs- und Wiederverkaufswert. Neben klassischer IT umfasst das Industrietechnik und Maschinen, Medizintechnik und Laborgeräte, Photovoltaik und Ladeinfrastruktur, Logistiktechnik sowie Medien- und Retail-Technik. Für jedes dieser Güter gibt es ein passendes Modell, von Leasing über Structured Finance bis As-a-Service.
Kann man Maschinen und Produktionsanlagen finanzieren?
Ja. Maschinen und Produktionsanlagen gehören zu den klassischen Objekten der Investitionsfinanzierung. Sie lassen sich leasen, per Sale-and-lease-back refinanzieren oder über Structured Finance in größere Projekte einbinden. Bei komplexen Vorhaben mit mehreren Komponenten, etwa einer kompletten Fertigungslinie, bündelt Structured Finance die Bausteine in einer abgestimmten Struktur.
Leasing oder Bankkredit: Was ist besser?
Das hängt von der Nutzungsdauer ab. Ein Bankkredit macht Sie zum Eigentümer und lohnt sich, wenn Sie ein Gut über seine gesamte Lebensdauer nutzen. Leasing zahlt für die Nutzung statt für das Eigentum und eignet sich für Güter mit kurzen Innovationszyklen. In der Praxis kombinieren viele Unternehmen beide Wege und sichern größere Vorhaben über mehrere Quellen ab.
Was ist Sale-and-lease-back?
Beim Sale-and-lease-back verkaufen Sie bereits bezahlte Anlagen an eine Finanzierungsgesellschaft und nutzen sie gegen Leasingrate weiter. Der Betrieb läuft unverändert, doch aus gebundenem Anlagekapital wird verfügbare Liquidität. Das Modell hilft, wenn Kapital in Maschinen oder Fuhrpark steckt, das Sie anderswo dringender brauchen.
Wie hilft Finanzierung, Liquidität zu schonen?
Statt einen großen Betrag auf einmal zu binden, verteilen Sie die Investitionskosten über die Nutzungsdauer. Die Raten laufen idealerweise parallel zu den Erträgen, die das Gut erwirtschaftet. So finanziert sich die Investition anteilig aus ihrem eigenen Nutzen, und Ihre freien Mittel bleiben für das operative Geschäft verfügbar.
Kann man einen Maschinenkauf ohne Eigenkapital finanzieren?
Ja, im Rahmen der gewerblichen Anlagenfinanzierung ist das problemlos möglich. Anstatt Eigenkapital zu binden oder Kreditlinien bei der Hausbank zu belasten, nutzen Sie Modelle wie das Maschinenleasing. So zahlen Sie lediglich für die Nutzung der Anlage aus den laufenden Erträgen, die diese Maschine erwirtschaftet, und erhalten sich Ihre volle Liquidität für das operative Geschäft.